Shopfloor Experte
Lesedauer: 3 Min.
Best Practice
In fast jeder Produktionshalle findet man sie noch immer: Whiteboards voller Strichlisten, handschriftliche Fehlerlisten und sorgfältig geführte „Fehlersammelkarten“. Sie schaffen Transparenz und Struktur, bergen aber auch einen versteckten Nachteil.
Diese Systeme basieren auf manueller Eingabe. Die Mitarbeiter müssen daran denken, Ereignisse zu protokollieren, sie korrekt zu interpretieren und schichtübergreifend konsistent zu bleiben. In der Realität führt dies zu Lücken, Inkonsistenzen und Annahmen. Das gleiche Problem kann je nachdem, wer es aufschreibt, unterschiedlich klassifiziert werden. Was strukturiert aussieht, ist oft nicht zuverlässig.
Und das wird zu einem echten Problem, wenn es um Maschinenstillstände geht.
Viele Unternehmen erfassen Alarme und Ausfallzeiten, verwechseln diese aber oft miteinander. Alarme zeigen lediglich an, dass etwas passiert ist. Sie treten häufig und parallel auf, ohne die Produktion zu unterbrechen. Ein Stillstand hingegen ist anders. Er bedeutet, dass die Maschine nicht mehr produziert, ein direkter Verlust von Zeit und Output.
Diesen Unterschied zu verstehen, ist entscheidend.
Ein Stillstand wird typischerweise durch die Zeit definiert: Wenn innerhalb eines bestimmten Zeitfensters kein Teil die Maschine verlässt, gilt dies als Stillstand. Aber einen Stillstand zu identifizieren, ist nur der erste Schritt. Der wahre Wert liegt darin, zu verstehen, warum er passiert ist.
Um Ausfallzeiten handlungsrelevant zu machen, müssen sie korrekt klassifiziert werden. Die meisten Unternehmen verwenden drei Kategorien:
- Technisch (TT): maschinenbezogene Probleme
- Organisatorisch (TO): externe Faktoren wie fehlendes Material oder Personal
- Verlustbedingte Ausfälle (TR): geplante Aktivitäten wie Rüsten, Wartung oder Umrüsten
Das klingt einfach, aber in der Praxis läuft hier etwas schief.
Stellen Sie sich vor, eine Maschine stoppt aufgrund fehlenden Materials, wird aber als technisches Problem erfasst. Die Schlussfolgerung wäre, die Maschine zu reparieren, während das eigentliche Problem in der Logistik liegt. Eine falsche Klassifizierung führt zu falschen Entscheidungen.
Manuelle Systeme stoßen hier an ihre Grenzen, da sie auf Interpretation angewiesen sind. Der Kontext fehlt oft, und Gründe werden nachträglich zugewiesen.
Moderne Systeme verfolgen einen anderen Ansatz. Anstatt sich auf menschliche Eingaben zu verlassen, nutzen sie Maschinendaten wie Alarme, Maschinenzustände und Produktionsfluss, um Stillstände automatisch zu erkennen und Gründe zuzuweisen.
Dies macht die Daten:
- Objektiv
- Konsistent
- Manipulationssicher
Es ermöglicht den Systemen auch, den Kontext zu berücksichtigen. Ein Stopp während des Rüstens ist nicht dasselbe wie ein Stopp während der Produktion. Diesen Unterschied manuell zu erfassen, ist schwierig, aber für aussagekräftige Erkenntnisse unerlässlich.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Während immer nur ein Maschinenstillstand auftreten kann, können mehrere Probleme parallel auftreten. Digitale Systeme wenden eine Logik an, um die Hauptursache zu bestimmen, wodurch jeder Stopp einen klaren Grund erhält.
Whiteboards haben immer noch ihren Platz, für die Kommunikation und schnelle Abstimmung in der Fertigung. Aber sie sollten nicht die Grundlage Ihrer Daten sein.
Echte Verbesserungen beginnen, wenn Unternehmen von manueller Erfassung zu strukturierten, automatisierten Erkenntnissen übergehen.
Denn am Ende gilt:
Es kommt nicht darauf an, wie viele Ausfallzeiten Sie erfassen, sondern wie genau Sie diese verstehen.
Wenn Sie über Whiteboards, Annahmen und inkonsistente Daten hinausgehen möchten, benötigen Sie ein System, das Informationen nicht nur erfasst, sondern auch versteht.
Jede Verbesserungsinitiative beginnt mit zuverlässigen Daten.
Wenn Maschinenstillstände falsch klassifiziert werden, laufen selbst die besten Teams Gefahr, die falschen Probleme zu lösen. Die automatisierte Klassifizierung von Ausfallzeiten sorgt für die nötige Transparenz, um Ursachen zu identifizieren, Verbesserungsmaßnahmen zu priorisieren und die Produktivität sicher zu steigern.
Erfahren Sie, wie ein strukturierter Ansatz zur Ausfallzeitanalyse dabei helfen kann, versteckte Produktivitätsverluste in Ihrer gesamten Produktionsumgebung aufzudecken.
Möchten Sie mehr erfahren? Dann sind wir für Sie da!